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Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie

Wundmanagement Gewebedehnung


Die biomechanischen Prinzipien der Gewebedehnung formulierten 1967 Gibson und Kenedi und schufen somit das wissenschaftliche Fundament für die Hautdehnung.

Wird kurzfristig (Minuten) Zug auf die Wundränder ausgeübt, so bewirken die viskoelastischen Gewebeeigenschaften ein Dehnungsverhalten der Haut, das einen einfachen Wundverschluss durch Naht ermöglicht. Wird langfristig (Tage/Wochen) gezogen, so führt die mechanische Stimulation der Zellteilung (Proliferation) zu einer echten Gewebevermehrung, die dazu beiträgt eine Defektwunde zu verschließen.

Für die Kurzzeitdehnung gibt es das Sure Closure® Device nach Hirshowitz, für die Langzeitdehnung bei chronischen Wunden das Ger-Odsen Device (Proxiderm).

Seit 1994 wurden bei ca. 700 Patienten Erfahrungen mit einem modular aufgebauten eigenen Hautdehnungsinstrumentarium gesammelt, das inzwischen Marktreife erlangt hat und zukünftig von der Firma KCI vertrieben wird. Es wird routinemäßig zur Kurz- und Langzeitdehnung bei traumatischen und chronischen Wunden eingesetzt. Die Option der zyklischen Krafteinleitung in den Wundrand steigert die Effizienz der Langzeitdehnung.

Die Hautdehnung ergänzt in optimaler Weise die wundkonditionierende Vakuumtherapie. Mit Hilfe der instrumentellen Gewebedehnung wird der sekundäre Wundverschluss mit kosmetisch und funktionell guten Ergebnissen schnell erreicht und es entfällt häufig die Notwendigkeit von Hauttransplantationen. Hospitalisationsdauer und Behandlungskosten verringern sich bei gleichzeitiger Erhöhung des Patientenkomforts.

Die Hautdehnung steht nicht in Konkurrenz zu den anderen plastischen Operationsverfahren, die zum Defektwundenverschluss eingesetzt werden. Indikationen zur Gewebedehnung bestehen z.B. bei Verletzungen mit Ausbildung von Defektwunden, nach Entfernung von Tumoren oder nach Wundinfektionen. Diabetische Defektwunden am Fuß (Malum perforans) heilen nach Dehnung häufig sehr schnell ab.