Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie
Leistungsspektrum
Besonderheiten
Wundmanagement InstillationstherapieWundmanagement Instillationstherapie
Im Gegensatz zur VT wird der in die Wunde eingebrachte chemisch inerte Polyvinylalkoholschwamm bei der IT als Medikamententräger benutzt; unter Aufhebung des Vakuums wird intermittierend ein Medikament (z.B. Antibiotikum oder Antiseptikum) in den Schwamm eingebracht. Die Wunde kann somit ohne Verbandswechsel behandelt werden. Die Art der Medikamente, die Einwirkdauer und die Häufigkeit der Applikationen werden entsprechend der Pharmakokinetik dem Keimspektrum individuell angepasst.
Im Gegensatz zu der Spül-Saug-Drainage gibt es keine Spülstraßen, die zu Komplikationen führen. Es besteht bei der IT eine hohe Wirksamkeit, da die gesamte Wundoberfläche in engen Kontakt mit der Wirksubstanz kommt. Die IT beseitigt das durch Wundsekret verdünnte Medikament zusammen mit den toxischen Zerfallsprodukten und schafft so in der Vakuumphase ein günstiges Milieu für die Wundheilung und unterstützt die körpereigene Immunkompetenz für die Infektabwehr.
Bei der IT wird sparsam mit den angewandten Medikamenten umgegangen. Verluste durch Verdunstung, Verdünnung oder ineffizientes Durchtränken von Verbänden entfallen.
Die Grundlage der IT ist die Anlage einer VT, bei der an den ausgeleiteten Redondrainagen ein Drei-Wege-Hahn zwischengeschaltet wird. Zusätzlich zur Vakuumquelle wird am Drei-Wege-Hahn eine Spritze oder ein Infusionssystem mit dem zu instillierenden Medikament angeschlossen. Durch einfaches Umlegen des Drei-Wege-Hahns wird die Vakuumquelle blockiert und der elastische Schwamm saugt sich aufgrund seiner Rückstellkräfte mit der Instillationslösung voll. Die Füllmenge kann durch Erhöhung des Injektionsdruckes variiert werden und wird an einem Sichtfenster für den Schwamm an der Wunde kontrolliert.
Bei Patienten mit ausgedehnten Wundinfekten muss ein vollautomatischer Instillamat®, verwendet werden, der eine intermittierende Instillationsbehandlung in kurzen Intervallen rund um die Uhr ermöglicht. Der Instillamat® erhöht die Effizienz und die Sicherheit der IT und erfordert nur minimalen Personalaufwand.
Die Wechselintervalle der IT können bei positivem Heilverlauf bis zu einer Woche dauern, da die Poren des Schwammes nicht verkleben. Grundsätzlich aber sollten die Verbandswechsel der IT ausschließlich in Abhängigkeit von der klinischen Entzündungssymptomatik d.h. je nach Situation erfolgen.
