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Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie

Wundmanagement Vakuumtherapie (VT)


Das Prinzip der VT besteht darin, durch einen offenporigen Schwamm die normalerweise eng umschriebene Sogwirkung einer Drainage flächig auf die gesamte Wundhöhle bzw. Wundoberfläche zu verteilen. Die Drainagewirkung wird dadurch deutlich gesteigert und es entsteht ein optimales Milieu für die Wundheilung.

Histologische Untersuchungen und klinischer Verlauf geben Hinweise darauf, dass die inflammatorische Phase der Wundheilung unterdrückt und die Gewebeproliferation gesteigert werden. Als Nebeneffekt werden entzündliche bzw. postoperativ auftretende Ödeme unter deutlicher Verbesserung der Mikrozirkulation schnell beseitigt. Die Versiegelung des Wundareals verhindert eine Keimkontamination der aseptischen Wunde und auch das Auftreten von Kreuzinfektionen bei septischen Wunden.

Ein weißer Polyvinylalkoholschwamm oder schwarzer Polyurethanschwamm mit dem entsprechendem Drainagesystem wird so in die Wunde eingebracht, dass ein Kontakt mit der gesamten Wundoberfläche hergestellt wird. Danach wird die Wunde hermetisch mit einer wasserdampfdurchlässigen, transparenten und keimdichten Polyurethanfolie abgeklebt. Nach Anschluss der Drainagen an eine geeignete Vakuumquelle (VAC®ATS-Pumpe) wird in dem Schwamm ein definierter Unterdruck erzeugt.

Die Ausleitung der Redondraingen erfolgt nur noch in Ausnahmefällen "transcutan", um eine unnötige Traumatisierung des Gewebes zu vermeiden. Meistens werden die Drainagen zwischen den Klebeseiten der Polyurethanfolien eingeschweißt und "epicutan" ausgeleitet.

Um eine Retraktion des Wundrandes zu verhindern wird der Polyvinylalkoholschwamm bei traumatischen Defektwunden mittels Naht oder Klammerapparat an den Wundrändern unter leichter Spannung fixiert.

Bei oberflächlichen und chronischen Wunden, bei denen keine Sekundärnaht angestrebt wird kann der weiße PVA-Schwamm die Wundränder um einige Zentimeter überragen. Durch die Nivellierung von Hautrand und Wundoberfläche unter dem Einfluss des Unterdruckes wird die Epithelisierung unterstützt. Diese Technik ist auch für den Schutz von Hauttransplantaten geeignet.

Wird dagegen schwarzer Polyurethanschwamm (PU-Schwamm) verwendet, so ist ein exaktes Zuschneiden auf die Größe des Hautdefektes notwendig um Schmerzen und Hautmazerationen zu vermeiden. Bei Hauttransplantationen muss sich bei Anwendung des PU-Schwammes zusätzlich eine schützende Wundauflage zwischen Schwamm und Haut befinden, während der PVA-Schwamm direkt auf das Transplantat gelegt wird.

Die VT kann, je nach dem Grad der Traumatisierung oder der Ausdehnung der Wunde in Allgemeinnarkose, lokaler Anästhesie oder aber auch ohne Anästhesie durchgeführt werden. Die Versiegelung soll spätestens nach vier Tagen gewechselt werden , um das weitere therapeutische Vorgehen festzulegen und den Erfolg beurteilen zu können. Danach können die Versiegelungsintervalle bei Verwendung des PVA-Schwammes auf sieben Tage erhöht werden. Grundsätzlich sollte so früh wie möglich ein defintiver Wundverschluss etwa durch Spalthauttransplantation oder Naht angestrebt werden.